Wandern auf Mallorca

Allgemein

Immer mehr Individualtouristen erkunden auf Schusters Rappen die Natur, denn nirgends sonst kann man Mallorca so hautnah erleben. Oft wird es den Wanderern jedoch mit Durchgangsverbot-Schildern und Zäunen schwer gemacht. Die Besitzer des überwiegend privaten Landes der Insel versuchen teilweise, mit Absperrungen gegen das gültige Wegerecht vorzugehen. Ganz unschuldig sind die Naturfreunde daran allerdings nicht, lassen sie doch nach einer Rast oft ihren Müll liegen.

Andererseits profitieren auch viele Unterkünfte im Landesinneren von der Wanderbewegung und sichern sich dadurch ihr Einkommen. Aufgrund der steigenden Nachfrage an Wanderungen wurden alte Wege neu ausgebaut, so dass die Vielfalt an Routen gestiegen ist.

Bevor man sich auf eine Wanderung begibt, gibt es ein paar wesentliche Voraussetzungen zu beachten:

Unabdingbar ist die richtige Ausrüstung. Wanderschuhe, die bis über die Knöchel reichen, sollten auf jeden Fall dazu gehören. In ihnen hat man einen festen Halt, rutscht auf nassem Untergrund nicht so leicht weg und bekommt keine Blasen. Ganz leichte Touren, die einem Spaziergang gleichen, können natürlich auch mit guten Sportschuhen unternommen werden. Je schwieriger die Strecke jedoch wird, desto wichtiger sind richtige Wanderschuhe. Bergführer, die Touren anbieten, vermieten sogar das passende Schuhwerk. Zusätzlich sollte man im Rucksack eine Windjacke und ab 1.000 Metern Höhe auch einen extra Pullover dabei haben. Am besten informiert man sich vor Antritt der Wanderung über die Wetterlage.

Hilfreich sind auch Teleskopstöcke bei nicht allzu steilen Aufstiegen.

Bei schönen Wetter sollte man auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten, auch wenn die Temperaturen nicht allzu hoch sind. Die Sonneneinstrahlung ist auf Mallorca stärker als in Deutschland und nimmt mit steigender Höhe zu - Eine Kopfbedeckung schützt vor einem Sonnenstich.

In dem Rucksack sollte man ein paar Snacks für zwischendurch und ausreichend zu trinken dabei haben. Pro Person sind zwei bis drei Liter Wasser einzuplanen, je nach Länge der Wanderroute.

Generell gilt, dass man nie allein wandern sollte, denn auch erfahrene Bergsteiger können stürzen und sich den Knöchel verstauchen. Die Schwierigkeitsgarde der jeweiligen Touren müssen in jedem Fall beachtet werden und sollten der persönlichen Kondition angepasst sein.

Eine Wanderkarte gehört ins Gepäck, damit man sich immer wieder neu orientieren kann und den Weg nicht verfehlt. Wer sich trotz Karte und Markierungen verläuft, kehrt am besten wieder zum letzten Orientierungspunkt zurück. Man sollte nicht einfach drauf loslaufen, in der Hoffnung, den richtigen Weg schon wieder zu finden! Besonders in höheren Berggegenden schlägt das Wetter schnell um, so dass man sich schnell verlaufen kann, wenn man den Weg nicht kennt. Bei Nebel wartet man ab, bis sich die Sicht geklärt hat und setzt erst dann die Wanderung fort. Nach starken Regenfällen sollte man generell auf Wanderungen verzichten, da die Gefahr von Erdrutschen und Steinschlag recht hoch ist. Lieber wartet man einen Tag ab, um bessere Voraussetzungen und eine ungetrübtes Naturerlebnis zu haben.

Da man sich mit einer Wanderung für eine naturnahe Entdeckung der Insel entschieden hat, versteht es sich von selbst, keine Pflanzen auszureißen, keine Zigarettenkippen wegzuwerfen und nach einer Rast den Müll mitzunehmen.

Wer nicht allein wandern möchte, der kann sich auf Mallorca einem Bergwanderführer anschließen. Diese bieten Touren in übersichtlichen Gruppen an, verleihen Ausrüstung und haben ein großes Wissen über die Fauna und Flora der Insel. So erfährt man ganz nebenbei Interessantes zur Entstehung und Pflanzenwelt und kann sich auf einen erfahrenen Wanderführer verlassen. Infos zu den Anbietern bekommt man in den Hotels, bei den Touristeninformationen oder beim Reiseveranstalter.

Tourenvorschlag

Wanderung im Landesinneren

Eine der möglichen Touren führt in die zentrale Ebene der Llanura del Centro zum Santuari de Bonany.

Startpunkt ist eine breite Schotterpiste kurz hinter Vilafranca de Bonany, die von der Hauptstraße in nördlicher Richtung abzweigt. Es geht zunächst geradeaus eine zunehmende Steigung hinauf, wobei man die Einsiedelei immer vor Augen hat. 15 Minuten später, nach ein paar Bauernhöfen, kommt die erste Kurve, nach zirka 300 Metern geht es an einer Gabelung nach links. Ein aufgemalter Pfeil auf einem Fels weist den Weg. Man folgt dem zunächst geschotterten, später asphaltierten Hauptweg ungefähr 25 Minuten lang, bis er wieder flacher wird. Erneut läuft man auf Schotter und gelangt nach insgesamt 40 Minuten an den Rand eines Kiefernwaldes. Der Hauptweg beschreibt eine Linkskurve, der man jedoch nicht folgt, sondern geradeaus auf einen schmaleren Pfad läuft. Hält man sich an der nächsten Gabelung links, hat man plötzlich wieder die Ermita von Bonany vor sich. Der Weg wird felsig, es geht an der nächsten Gabelung nach rechts und dann in Serpentinen den Berg bis zur Treppe der Einsiedelei hinauf. Während der ersten Pause kann man die Ermita besichtigen und auf die umliegende "Kornkammer Mallorcas" herabblicken.

Die gleiche Treppe, die man hinaufgekommen ist, muss man dann auch wieder zur Straße hinunter und den kleinen Pfad einschlagen, der genau gegenüber beginnt. Hier kann man sich an einem auffälligen Kreuz orientieren. Quer zum Hang geht es bergab, man kreuzt noch einmal die Straße und klettert, dem Pfad folgend, ein paar Steinstufen hinab. Jetzt wird der Weg auch wieder breiter und bequemer zu laufen. Nach einer Rechtskurve geht es immer bergab, bis man wieder Asphalt unter den Füßen spürt. Mandelbaumplantagen und Kiefernwälder verschönern die Strecke, die sich immer weiter hinab windet und schließlich in einer S-Kurve gabelt. Geht man rechts, kommt man nach 300 Metern an eine Kreuzung, an der es links in die Stadt Petra geht.

Dort kann man sich in einem der hübschen Cafés eine Stärkung gönnen und ausruhen, bevor es den gleichen Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt geht.

Für die gesamte Strecke benötigt man ungefähr vier Stunden.

Im Südwesten an der Küste

Für die Erkundung eines Teils der Südwestküste - von Andratx nach Sant Elm - beginnt man die Wanderung am Port d'Andratx. Nachdem man etwas im Luxus des Yachthafens geschwelgt ist, erkundet man dann die Natur auf einem Weg, der zunächst in Richtung der Kiefernwälder führt. Hindurch durch die schattenspendenden Bäume gelangt man zur Küstenseite. Von hier aus hat am einen traumhaften Blick über das Meer und auch auf den Hafen von Andratx. Wenn man dem Weg entlang der Küste folgt, findet man sich gänzlich in der Einsamkeit und dem Schoß der Natur wieder. Bei klarem Wetter kann man sogar Mallorcas kleine Schwester Ibiza erspähen. Vor dem Puig de Galatzó taucht die Stadt Andratx auf. Die Küstenstraße gibt einen grandiosen Blick auf das gewaltige Tramuntana-Gebirge frei und führt an dem kleinen Örtchen S'Arracó vorbei. Es geht einen Hügel hinauf, über einen Felsspalt und schließlich erreicht man eine kleine Hochebene: Hier kommt man in den Genuß des Anblicks der Dracheninsel vor dem Ort Sant Elm. Auf der anderen Seite erstreckt sich ein saftig grünes Tal. Über einen Pfad gelangt man schließlich in eine idylische Fischerbucht, in der man sich etwas von der Strecke erholen kann.

Für die Strecke benötigt man zirka drei Stunden.

Im Nordwesten auf den Spuren der Pilger

Eine äußerst schöne und auch leicht zu bewältigende Strecke im Nordwesten ist der Weg vom Kloster Lluc bis nach Pollenςa. Zunächst kann man das im 13. Jahrhundert erbaute Kloster Lluc mit der sagenumwobenen Madonnenfigur besichtigen. Anschließend führt der steinige und ansteigende Weg die Felsen entlang bis man die Landstraße C710 in Richtung Pollenςa erreicht. Dieser folgt man ein kurzes Stück entlang bis zu einem Anwesen. Auf dem Weg nach Binifaldo bekommt man einen beeindruckenden Blick auf die Wipfel der umgebenden Berge. Nun geht es hinab durch wunderschöne Nadelwälder. An Stellen, an denen die Bäume nicht so dicht stehen, sollte man die Aussicht auf Pollenςa mit dessen Hafen und der Halbinsel Formentor genießen. Die Strecke führt ein gutes Stück bergab, vorbei an verschiedenen idyllisch gelegenen Landgütern. Nachdem man den Fluß Torrent de La Son Marc erreicht, wandert man anschließend durch eine herrlich farbenfrohe und duftende Obstlandschaft. Das letzte Stück bis Pollenςa führt an der Hauptstrase direkt in Städtchen.

Insgesamt dauert die Strecke in etwa fünf Stunden.

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